Liebe Leser!   

Der Herbst ist eine wunderbare Jahreszeit um Belastendes loszulassen, sich der Vergänglichkeiten, des stetigen Wandels des Lebens bewusst zu werden und zur Ruhe zu kommen. Persönlich liebe ich es sehr wenn die Bäume nach und nach ihre Blätter abwerfen, die der Wind dann weiterträgt, dorthin wo diese sein sollen…für mich sind die kahlen Bäume mit all ihren Verästelungen ein Bild welches ewig zu betrachten ist, oft sitze ich lange vor diesen und bestaune, vor allem während des Sonnenuntergangs, die Veränderung der Farben und wie prächtig die Bäume auch zu dieser Jahreszeit wirken.
Aktuell lese ich ein Buch in dem es um Kinder und die besondere Bedeutung davon geht diese in ihrer eigenen Natur zu stärken. Darin wird beschrieben dass so oft die Äußeren Faktoren gefordert, gefördert und bestärkt werden, dennoch bringt es nichts wenn der Baum/ das Kind eine prachtvolle Krone trägt, viele Früchte darauf wachsen wenn diesem allerdings die Wurzeln fehlen. Es ist klar dass ein Baum noch so groß sein kann und voller Früchte, wenn ihm die Wurzeln fehlen oder diese zu wenig tief wurzeln – also nur Flachwurzler sind, er irgendwann umkippen wird. Die Wurzeln stehen in diesem Fall für die Beziehungen, das Vertrauen in sich selbst und den eigenen Fähigkeiten. Deshalb ist es von wesentlicherr Bedeutung uns immer auch auf unsere Wurzeln zu besinnen, diese wachsen, gedeihen und ausbreiten zu lassen. Dazu eignet sich auch der Herbst und die kältere Jahreszeit der Winter, in der wir wieder mehr Zeit drinnen in den Häusern und Wohnungen verbringen und so oftmals auch nicht darum herum kommen uns mit uns selbst und unseren Bedürfnissen zu befassen.

Das nachstehende Gedicht entstand im Juni 2014, es gab einen familiären Schicksalsschlag durch einen Suizid, es sind schwere Themen wenn soetwas plötzlich passiert und dennoch sind wir alle nicht vor Verlusten gefeit, doch diese Art des Todes ist meist der am schwersten zu verkraftende, von Selbstvorwürfen bis hin zu man hätte es doch kommen sehen müssen. Mit der Thematik des Freitodes habe ich mich beschäftigt, auch durch Dokumentationen in denen die Hinterbliebenen aus ihrer Sicht heraus erzählen. Aus Gesprächen weiß ich auch dass so gut wie jeder Mensch schonmal über Selbstmord nachdachte und welche Art dafür gewählt werden würde, ganz oft sind es jedoch die Gutmütigen.
Bei mir selbst gab es vor vielen Jahren einen Fall im ehemaligen Freundeskreis, an welchem viele von unserer damaligen Cliqe noch lange Zeit zu knabbern hatten, vor allem weil es im Nachhinein gesehen doch schon absehbar war bzw. wir es bermerken hätten können…er hatte sich davor noch von vielen persönlich verabschiedet, ließ sich nichts ankennen und wählte dann zu gehen. 

Beide Erlebnisse ließen mich intensiver erleben wie sich unsere Seelenverbindungen bzw. Verbindungen/ Beziehungen im Alltag auswirken, wie wir diese bewusst und auch unbewusst erfahren und diese präsent sind. Denn im Falle des Bruderherzes war eine seltsame Traurigkeit vorhanden, die ich erst als er mir vom Vorfall erzählte, zuordnen konnte. Bei dem früheren Freund war es für mich besonders tragisch, denn ich hatte die ganze Nacht kein Auge zugemacht, stand sozusagen im Bett und mir kam alles mögliche unter…als ich Tags darauf davon erfuhr konnte ich alles sehr genau zuordnen. Damals war ich noch weit weg von Energiearbeit, Spiritualität und Dergleichen dennoch ist es das was durch meine Feinsinnigkeit oder auch Hochsensibilität, die keine Krankheit/ Belastung sondern ein Segen ist, immer schon in meinem Leben mitschwingt. Als Kinder haben wir alle noch diesen natürlichen Zugang zu uns selbst, zur Natur und der Wahrnehmung der Energiefelder, mit der Zeit können diese durch Schule, Arbeit und alltägliche Ablenkungen abschwächen, es gilt dann diese wiederzuerwecken, weiterzuentwickeln und unserer Intiution Raum zu geben.
Außerdem ließen mich diese beiden Geschichten tiefer in das Wissen der Verbundenheit eintauchen, instinktiv spüren wir es oftmals wenn es uns nahestehenden Menschen schlecht geht und wir dürfen darauf hören, lieber einmal mehr nachzufragen ob es denn wirklich gut geht. Dabei können wir uns auch immer wieder an einen liebevollen, achtsamen und aufmerksamen Umgang miteinander aufmerksam machen und uns gegenseitig daran erinnern.

 

BRUDERHERZ

 

Mein Bruder und ich saßen da

ich schaute ihn an und wusste plötzlich

warum ich heut so traurig war

er schaute mich an und sagte mir was

zwei Tage zuvor geschah

 

Das Beben in seiner Stimme zeigte mir den Schmerz den er fühlt

seine Nähe machte mir klar was er für seine Freundin empfindet

ich konnte nichts sagen als Scheiße wie denn das

 

Wenn der Tod die Menschen die du liebst streift

wird für einen Moment alles was lebt eingehüllt in bedrückende Stille

die Zeit steht still und das Herz tobt wild

 

Was kann ich nun tun um ihn zu beschützen

in der Zeit in der er sie hält und ihre Tränen zählt

dabei fühlt wie mit ihrer Oma auch ein Teil von ihr stirbt

 

Die Zeit dreht sich weiter mich durchfährt das Leben

mit einem Schlag fang ich an zu reden über die Kraft des Daseins

die alle Wunden heilt während der Schmerz mit der Zeit weicht

 

Nun sitz ich da während der Tod euer beider Leben überschattet

was für mich Familie und Heimat ist leuchtet in mir auf

zu kurz ist die Zeit um zu sagen worüber wir sonst schweigen

 

Du mein Bruderherz bist jetzt für sie da das ist alles

halt sie fest lass sie los geh ihr nach lass sie ruhen auf deinem Schoß

während du ihr zuhörst und sie liebst mit all ihren Seiten

 

Ich kann nichts mehr dazu sagen und weine mit euch

während ich schlafe mit offenen Augen liegt ihr wach

um zu begreifen was ihr noch nicht verstehen könnt

 

Warum jetzt, warum so, was nun ?…

10. Juni 2014

In diesem Sinne, achten wir aufeinander & passen aufeinander auf – denn das Leben ist ein kostbares Geschenk. 

Alles Liebe & Shalom – Patrizia Schimpl

Viele Menschen haben sich umbringen wollen und sich zuletzt damit begnügt, ihre Photographie zu zerreißen.
Jules Renard

Zu diesem Thema hat redeemed (zu finden unter redeemed_poetry) einen PoetrySlam gemacht, dem es nichts hinzuzufügen gibt und der zum Anhören & Wirken lassen ist. Dabei kannst Du in Dich selbst und dein Leben tiefer hineinspüren, an deine Liebsten im Sinne deiner dir Nahestehenden Menschen oder einfach auch an den allgemeinen Umgang im Miteinander denken.