Es hat nicht sollen sein… 

…ist eine Redensart, die sich eingebürgert hat um das Misslingen eines Vorhabens zu beschreiben.  Wie verhält es sich nun mit dieser Redensart, ist es bloß eine faule Ausrede oder ist es eine Tatsache, wenn wir sagen „tja, es sollte halt nicht sein“. Beides kann der Fall sein. Es gibt manches das wirklich nicht sein sollte, weil es so ist oder auch einfach zu dem Zeitpunkt nicht reif war und tatsächlich mit einem es hat nicht sollen sein ein akzeptables Ende findet.  Und doch fällt mir manchmal auf, wie wir Menschen Ausreden dieser Art verwenden, um in unserer Komfortzone zu bleiben, nichts zu verändern oder auch aus dem Bedürfnis nach falscher Sicherheit und Schutz heraus. Warum aber erfinden wir Ausreden und wieso merken wir dabei manchmal gar nicht dass wir uns damit selbst anschwindeln? Es ist ein typischer menschlicher Mechanismus, Ausreden sind auch Erklärungen oder Gründe die unser Scheitern verdecken sollen, wir schützen uns teilweise davor etwas zu verändern und bleiben dadurch länger als notwendig in der Bequemlichkeit…  Letztes Jahr las ich irgendwo den Satz „Sei vorsichtig welche Ausreden du verwendest“ und hui der Satz arbeitete einige Tage nach, auch weil ich mich damals inmitten einer Situation befand, in der es mich wahrlich forderte zu wissen was in dem Fall die richtige Entscheidung ist. Von da an beobachtete ich nochmals genauer, wo ich mir selbst oder anderen gegenüber Ausreden verwende, mich erkläre, entschuldige oder rechtfertige.  Denn wie alles, wirken sich auch Ausreden, ob kleine oder große auf unser Leben aus. Diese Ausrede ist dadurch mitunter auch der Grund für meine Entscheidung, die ich damit treffe und wenn ich für das Tun oder Nichttun von etwas eine Ausrede anwende, so bleibt mir der wahre Beweggrund für meine Entscheidung, durch das verdecken mit der Ausrede verborgen. Bin ich jedoch ehrlich zu mir und anderen, auch wenn mein Gegenüber dadurch verletzt sein könnte, so ist es dennoch für die Beteiligten oftmals leichter damit umzugehen, da man somit weiß woran man ist.  Vertraute Floskeln dieser Art sind z.B. -Ich habe keine Zeit. -Ich bin zu müde. -XY ist schuld. -Ich habe noch so viel zu tun, zu arbeiten, zu erledigen, usw. -Ich muss erst noch dieses und jenes erledigen. -Das Glück haben immer nur die anderen. -Ich bin zu alt. / Ich bin zu jung -Ich kann das nicht. (darum versuche ich es erst gar nicht) -Es gibt andere die es besser können. -Ich bin nicht gut genug. -Ich habe nicht so viel Glück wie andere Menschen. -Was werden andere über mich denken. -Ich habe Angst. / Ich bin zu ängstlich. -Ich habe sowieso immer Pech. -Das läuft mir ja nicht davon. / Morgen ist auch noch ein Tag. -Ich weiß nicht wo ich anfangen soll. -Ich traue mich nicht. -und so weiter und so fort….  Wenn wir etwas Neues beginnen wollen, Ideen haben, Projekte starten oder was auch immer du im Sinn hast, dann ist es wichtig Ausreden zu verabschieden und dich aus der Komfortzone zu erheben. Es ist wirklich so dass wir dafür selbst verantwortlich sind und niemand anderer unser Leben für uns leben kann.  Manchmal verharren wir gerne im Gewohnten, denn es gibt uns die Sicherheit die wir scheinbar brauchen…es ist leichter im Sicheren, Gewohnten zu bleiben als die Tür in das Unbekannte zu öffnen, auch wenn da diese gewisse Gewissheit ist, dass hinter der Türe etwas ist das erfreut und beglückt. Einerseits ist es zwar aufregend was sich wohl hinter dieser Türe verbirgt, andererseits erzeugt es doch ein wenig Unbehagen, denn wir wissen nicht genau was uns erwartet, wenn wir erst mal die Türschwelle ins Unbekannte übertreten haben und so ist da eben auch Ungewissheit dabei. Und doch kann man gerade diese Ungewissheit, diese Neugierde und Aufgeregtheit als Kraft und Antrieb nutzen, denn was haben wir zu verlieren…außer unsere Angst vor dem Neuen-Unbekannten.  Ein lieber Freund, der bereits längere Zeit ein berufsbegleitendes Studium macht und fast seine gesamte Freizeit ins Lernen und Studieren investiert, überraschte mich sehr mit einer Aussage. Auch weil ich weiß, wie wichtig ihm dieses Studium ist. Seine exakte Formulierung kann ich nicht wiedergeben, doch er sagte es etwa so „Weißt, es wäre für mich nicht allzu tragisch, wenn ich es nicht schaffen würde…schlimm wäre nur wenn ich nicht zumindest alles was in meiner Macht stehende dafür getan hätte, dann könnte ich auch damit leben bei der Prüfung durchzufallen, weil ich ein ruhiges Gewissen habe und weiß ich hab genug dafür getan.“  Was sagt uns das nun, gehe ich ein Vorhaben an und tue dabei das in meiner Macht stehende dafür um es erfolgreich zu vollenden, jedoch daran scheitere ist das nicht tragisch…schlimm wäre es nur, wenn wir es nicht zumindest getan hätten. Den Mechanismus der Ausreden die uns ausbremsen, zu durchbrechen und dabei immer wieder alte nicht mehr dienliche Ausreden und Verhaltensmuster zu verabschieden, trägt dazu bei sich weiterzuentwickeln und zu wachsen. Wir können immer das richtige tun, denn die Veränderung beginnt bei uns selbst.   

  Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut und manchmal braucht es Durchhaltevermögen und Mut, um etwas das man wirklich voller Freude lebt umzusetzen…du triffst eine Entscheidung mit deren Konsequenzen du leben kannst und auch wenn es nicht sofort gelingt so lohnt es sich dennoch für etwas das man liebt, das Freude bereitet und sich einfach stimmig anfühlt Geduld aufzubringen. Aus Erfahrung weiß ich auch dass es wertvoll ist sich nicht von Zweifeln oder Entmutigungen von Außen davon abbringen zu lassen, sondern einfach gut hinzuschauen was man durch diese erkennen, begreifen und optimieren kann.  Wenn du willst, so beobachte wo und wann du sogenannte Ausreden verwendest und auch was du wirklich sagen möchten, was also die wahre Aussage dahinter ist, wenn die Ausrede wegfällt. Das Leben bietet uns immerzu Möglichkeiten die uns bereichern, ob wir diese Chancen nutzen oder nicht ist uns dabei selbst überlassen. Anzufangen und zu tun was im Bereich des Möglichen liegt und das zu tun was getan werden will. Denn das aktiv sein ist lebendig und gibt Kraft, vor allem dann wenn eine Sache Freude macht.  In diesem Sinne, habe den Mut, die Ehrlichkeit und die Freude das zu tun was du aus dem Herzen tun willst und gib dem Vorhaben das was es benötigt um sich zu entfalten.   

Alles Liebe & Einigkeit! Patrizia Schimpl