Liebe Leser !

Den Satz, der Überschrift las ich vor einiger Zeit in einem Buch, der Satz hatte schon damals eine starke Wirkung auf mich und beschäftigte mich von da an immer wieder…vor allem in den vergangenen Wochen kam mir dieser Satz häufig unter.

Es ist ein in den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges verbreiteter Ausspruch, wenn man Augenzeugenberichte aus der Nachkriegszeit liest so wird oftmals berichtet, dass sich die in der Parole „Genießt den Krieg, der Frieden wird fürchterlich“ enthaltene Wahrheit, den Betroffenen in der Nachkriegszeit auf erschreckende Weise offenbarte.

Warum aber war oder ist das nun so? Wieso fürchten wir den Frieden, wo sich doch so viele danach sehnen dass die Kriege enden und wir alle ein friedvolles Miteinander leben, achtsam miteinander umgehen und für alle und jeden ausreichend da ist, um ein glückliches Leben zu leben?
Aus meiner Wahrnehmung ging es bei den Generationen vor uns hauptsächlich um das Überleben, es bedeutete harte Arbeit alles wieder Aufzubauen, die Familie zu versorgen und das was man besaß zu behalten. Es prägte sich also bei manchen Menschen der Kampf um das Überleben ein, es entstanden dadurch Prägungen, die Menschen glauben ließen das Leben wäre schwer, das Leben wäre ein Kampf, man sich durch harte Arbeit das Leben erst verdienen muss und das einem das Leben nichts schenkt…doch das muss nicht so bleiben oder so sein.

Es tut mir weh wenn die Generationen vor uns für ihre Art zu leben verurteilt werden und diese auf die Art betrachtet werden, dass sie Fehler machten und wir jetzt alles „reparieren“ müssen. Aus meiner Sicht haben auch diese, unsere Großeltern, Urgroßeltern und alle Anderen die vor uns waren, das getan was ihnen zu ihrer Zeit möglich war und es gab auch viel Wertvolles was daraus entstanden ist. Ich denke dass sie es weder schwerer noch leichter hatten als wir es jetzt haben, sie hatten einfach ihren Teil zu erfüllen, ihre Lebensaufgaben und Themen zu meistern…wir sollten die alten Systeme nicht verurteilen oder bewerten, denn sie entstanden aus den damals herrschenden Bedürfnissen und Gegebenheiten.
Das bloße Überleben veränderte sich oder ist immer noch dabei sich zu verändern in das reine Leben, mit den uns gegebenen Möglichkeiten können wir das Bestehende zum Wohle aller verändern und wissen dass sich die Welt mit uns weiterentwickelt, das wertschätzen was bereits da ist…daraus, damit und dadurch das zu erschaffen was für die jetzige Zeit und unsere Zukunft wichtig und von Bedeutung ist.

Aus eigenen Erfahrungen, Beobachtungen und Forschungen des Menschseins erkannte ich, dass es manchmal das Schöne ist, vor dem man teils noch fürchtet, davon läuft oder es ablehnte…
Wenn etwas leicht geht, so sind wir eher mal misstrauisch, als uns einfach nur darüber zu freuen…passiert etwas Gutes so wirft das doch oftmals die Frage auf, habe ich mir das auch verdient…habe ich wirklich genug dafür getan dass mich das Leben so reich beschenkt? Derweil ist es stets das was leicht geht, das Einfache, was uns wahrhaftig führt.

Dazu fällt mir eine Erzählung ein, eine Freundin absolvierte vor Jahren im Zuge ihres Studiums ein Praktikum in einem Frauenhaus, in welches misshandelte Frauen flüchten können um dort Schutz zu finden. Sie erzählte mir eine Begebenheit die mich tief berührt. Spät nachts kam eine Frau mit ihren Kindern in das Frauenhaus, um dort Schutz vor ihrem Ehemann zu finden. Die Frau kam blutig geschlagen dort an, die Kinder selbst blieben in dieser Nacht verschont, die Frau wurde versorgt, beruhigt und fand wahrscheinlich nur ein wenig Schlaf in dieser Nacht.
Als sie dann am Morgen aufwachte war sie völlig aufgewühlt und wollte sofort zu ihrem Mann zurück, sie müsse jetzt zu ihm zurück, denn sonst würde er nur noch wütender werden, sich selbst vielleicht etwas antun und er solle nicht darunter leider oder gar meinen sie hätte ihn verlassen. 
Wie diese Frau heute lebt und ob sie als Familie mit ihrem damaligen Mann zusammen lebt weiß ich nicht…doch das Erschreckende an der Geschichte, sind die Ängste durch welche die misshandelte Frau wieder zurück in die Qual und den Schmerz ging…anstatt einen neuen Weg einzuschlagen, wo sie mit Unterstützung des Frauenhauses davon befreit werden könnte und ich hoffe sehr dass sie es doch schaffte…
Dabei sollen keinesfalls Männer in die Schublade des bösen Geschlechtes geschoben werden, denn es gibt auch die umgekehrten Fälle zu genüge, über welche jedoch aufgrund der Scham wohl noch weniger gesprochen wird. Mir sind jedoch ebenfalls Männer bekannt, welche in ihren Beziehungen geschlagen wurden, denen körperliche Gewalt widerfahren ist oder wo seelischer Missbrauch an der Tagesordnung stand.

Solche Fälle gibt es in manchen Fällen, von denen wir doch meist nur Bruchteile mitbekommen und es macht einfach deutlich dass es gar nicht immer leicht ist, das Verletzende zu verabschieden und das Heilsame zu leben. Und doch hat jeder für sich selbst mehr oder weniger die Wahl sich davon zu befreien und das Glück zu wählen.

Jeder von uns kennt Situationen dieser Art, wenn auch nicht in diesem Ausmaß, so erleben wir doch manchmal Zwischenmenschliches das uns hinterfragen lässt, ob uns dieser Mensch wirklich noch gut tut. Chancen die wir verschiedenen Menschen gaben und dann doch wieder Enttäuschungen erlebten…und doch wachsen wir auch an Ent-täuschungen, denn es ist ja bekannt dass diese nur das Ende einer Täuschung sind.

Mögen wir alle uns von diesen Unerwünschten Erfahrungen und Erlebnissen befreien und sich Erwünschtes – lebenswertes einstellen, dass was uns wirklich ein glückliches, zufriedenes Leben ermöglicht.
Erlauben wir uns das Schöne und damit meine ich, das wahre Schöne, das Echte, ungeschminkte Leben in all seinen Facetten zu sehen und vor allem zu leben und beginnen wir bei uns selbst diesen Frieden zu leben, zu sich selbst und im Miteinander.

Es setzt bestimmt Mut voraus, ehrlich zu sich selbst zu sein, zu wissen was einen wirklich glücklich macht und sich und den Anderen das wahre Glück, nicht nur von Herzen, sondern im ganzen Sein zu gönnen. Annehmen was das Leben einen bietet und manchmal auch einfach so schenkt, bedingungslos….und das Vertrauen bzw Wissen dass wirklich alles da ist was wir brauchen…und dabei die Vielfalt zu erlauben die das Glück für jeden begünstigt…und wenn wir ehrlich sind, geht es uns doch trotz kleiner Schwierigkeiten mehr als gut, in unserem Land.

„Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt,
erst dann wird die Welt endlich wissen, was Frieden heißt.“
Jimi Hendrix

Alles Liebe, Patrizia Schimpl

 

Hierzu noch ein Lied von der Band Madsen, in dem das schwächende Wort „eigentlich“ ausnahmsweise eine doch angenehme Bedeutung hat…also leben wir den Frieden im Krieg.
Wem diese Band gefällt, kann ich auch noch empfehlen das Lied „du schreibst Geschichte“ anzuhören. 

MADSEN – FRIEDEN im KRIEG – LYRICS

Du gehst deinen Weg
Und ich gehe meinen Weg
Du weißt nicht, dass es mich gibt
Und ich kenne dich nicht

Du lebst in deiner Welt
Und ich lebe in meiner Welt
Eine Freundschaft zwischen uns
Wäre eigentlich unmöglich

Manchmal kommt es vor
Dass die Wahrheit uns belügt
Manchmal treffen wir uns
Und schließen Frieden im Krieg

Manchmal kommt es vor
Dass die Wahrheit uns belügt
Manchmal treffen wir uns
Und schließen Frieden im Krieg

An einem Ort den es nicht gibt
Werden wir uns berührn
Wir verstoßen gegen jedes Prinzip
Und schließen Frieden im Krieg

(Quelle: http://www.songtexte.com/songtext/madsen/frieden-im-krieg-63da0a6f.html)