Liebe Leser!  

Letztes Jahr im Frühling saß ich mit meinem Bruder und einem Freund in deren Garten, als wir so plauderten sagte ich im Verlauf des Gespräches „ach wisst ihr, ich habe irgendwann aufgegeben.“ Entsetzte Augen schauten mich an, denn wie vieles in der Sprache hat auch dieser Satz eine mehrdeutige Aussage. Was die beiden in diesem Moment verstanden war dass ich mich irgendwann aufgegeben habe. Was ich damit aussagte ist jedoch dass ich das Irgendwann, den ungewissen Zeitpunkt schon lange aufgegeben habe.
Nachdem ich das richtiggestellt hatte lachten wir entspannt und unterhielten uns noch eine Weile über das irgendwann, irgendwie und irgendwo und welche Auswirkungen, meist im negativen Sinne dieses irgend auf das eigene Leben und das Leben unserer Mitmenschen hat.

Die irgend sind meist ungewiss, denn auf irgendwann zu hoffen ist ein undefinierter Zeitpunkt, irgendwas zu wollen ist eine undefinierte Sache und irgendwo ist ein ungewisser Ort. Alle diese irgend führen zwar auch wohin, doch es ist ungewiss wohin sie uns führen. Vereinzelt gibt es jedoch auch schöne und bereichernde irgend… die stimmig sind und etwas deutlich ausdrücken.

Ein klares Ergebnis von dem was wir wirklich wollen, sind oder noch werden, erreichen wir durch die genaue Definition von Zeitpunkten, Zuständen und Einstellungen. Aufgefallen ist mir dieser Trugschluss als ich selbst in so eine irgend Falle tappte, durch die Botschaft du wirst irgendwann wissen wofür es gut war. Doch das blieb lange aus, bis ich entschied das irgendwann aufzugeben und es jetzt zu erfahren wofür es gut ist und schon rasselten die Informationen dazu rein. Damit war eine rasche Klärung der Situation möglich, weil somit die Bereitschaft dafür gegeben war das zu hören was ich zuvor nicht hören wollte. Was sich zuvor durch meine Wartehaltung auf den undefinierten Zeitpunkt auf irgendwann verschob.
Je definierter wir unser Leben führen, je genauer wir wissen was wir wollen, umso mehr versorgt uns das Leben auch mit dem was wir benötigen, durch das klare wissen um das was wir tatsächlich leben wollen, geben wir dem Leben erst die Möglichkeit und damit Raum uns das auch zu geben, dadurch entsteht die Offenheit für die Erfüllung von Sehnsüchten.

Stehe ich morgens auf und bin in einem mürrischen Gemütszustand, so gibt es jederzeit die Möglichkeit mich dennoch für einen fröhlichen Tag zu entscheiden, alleine mit der Entscheidung richtet sich das Bewusstsein auf Fröhlichkeit aus und die schlechte Laune schwindet. Hier ist es natürlich von Bedeutung nichts zu verdrängen oder unter den Teppich zu kehren, sondern auch bewusst die Ursache für die getrübte Stimmung zu finden und sich davon zu lösen, ansonsten neigt man dazu es zu überdecken und nur so zu tun als ob…
Somit ist es sinnvoll das was die Stimmung trübt zu bereinigen, Sorgen und Probleme loszulassen und darauf hinzuschauen was brauche ich um in meine Freude zu kommen oder auch was brauche ich nicht mehr damit sich der unnötige Frust löst und ich in meiner wahren Grundstimmung diesen Tag lebe.

Wenn du Lust hast, achte bewusst darauf was in deinem Alltag deine Freude anhebt, verstärkt und wahre Freude bereitet und was deine Freude trübt. Was kannst du jetzt dafür tun um in der Freude zu bleiben und das zu verabschieden was deine Freude noch trübt?
Oftmals sind Umstände die uns trüben, Dinge die nicht in unseren Händen liegen. Ist dies der Fall so brauchen wir uns davon auch nicht betrüben zu lassen. Für mich ist die Freude eine natürliche Kraft die aus unserem Inneren strömt und immerzu vorhanden ist, ja die Freude ist auch eines unserer Geburtsrechte bzw. Geburtszustände. Es ist möglich, ja sogar realistisch ein von Freude geprägtes Leben zu leben und sich dabei bewusst zu sein, dass es immerzu an uns selbst liegt diesen Zustand auch dauerhaft zu leben, ganz gleich was um uns herum los ist.

Auch kannst du einige Zeit für dich selbst achtsamer sein wo in deinem Leben es noch irgendwann, irgendwie, irgendwo, irgendwas etc. gibt die dich jedoch ausbremsen und in der Luft hängen lassen und was du dafür tun kannst um diese zu verabschieden. Beobachte dabei auch was sich tut und wie es sich verändert indem du die irgend durch von dir selbst Definiertes ersetzt.
Zum Beispiel statt einem „es wird schon irgendwie gehen“ zu einem „es geht in Leichtigkeit“ oder einem „irgendwann ist alles besser“ zu einem „jetzt gerade ist es so wie es ist“. Meine Beobachtungen dazu sind, dass es dadurch leichter ist im Jetzt zu sein, klar zu sein und mit der vollen Aufmerksamkeit im Augenblick zu verweilen. Doch es hält noch vielerlei weitere Überraschungen bereit…

 

 

Wir brauchen viele Jahre bis wir verstehen,
wie kostbar Augenblicke sein können.
Ernst Ferstl

Versprechungen gelten als Zusicherungen
 

Wenn dieses Versprechen eine Brücke wäre – würde ich diese Brücke nicht betreten…
Sagt das Kindermädchen Mary Poppins, die mit einem aufgespannten Regenschirm vom Himmel geschwebt kam, zu dem Jungen Michael. Er versprach Mary so was Dummes nie wieder zu machen, nachdem er Unsinn angestellt hatte.

Diese Aussage ist für mich ein wertvoller Begleiter, denn Versprechungen sind immer eine Zusage, eine Zusicherung an uns selbst und/oder an unsere Mitmenschen. Gerade für das Vertrauen im Miteinander ist es von Bedeutung diese auch einzuhalten oder bei Bedarf zu revidieren.
Die symbolische Brücke ist für mich ein gutes Mittel um mich selbst zu prüfen wo ich Versprechungen, Zusagen etc. mache und ob diese eine stabile Brücke bilden, die sicheren Schrittes beschritten werden kann oder doch nur eine wackelige Hängebrücke darstellen, bei der schon der erste Schritt darauf in Angst und Panik versetzt. Es unterstützt dabei mit Zusagen achtsam zu sein und nichts zu versprechen was nicht gehalten werden kann.

Dabei ist es möglich Zusagen die wir machen oder andere uns machen, auf der Gefühlsebene zu prüfen. Wie fühlt es sich an wenn ich dieser Aussage Vertrauen schenke, wie sieht die Brücke aus, ist sie durchgehend oder hat die Brücke noch Lücken über die ich springen müsste um sie zu überqueren. Wenn Lücken da sind lohnt es sich darauf hinzusehen, ob diese Unsicherheiten meinerseits sind oder seitens des Gegenübers, also den Menschen die uns etwas versprachen. Manchmal können es alte Enttäuschungen sein, die das Vertrauen löchrig machten, manchmal können es eigene Unsicherheiten sein, weil wir uns das nicht zutrauen oder uns zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zutrauen. Durch das bewusstwerden der Lücken, Unsicherheiten, Schwachstellen etc. sind wir in der Lage diese zu füllen und dadurch im eigenen Urvertrauen anzukommen.

Besonders achtsam sollten wir dabei mit den Kleinen unter uns, den Kindern umgehen, denn sie merken sich alles sehr genau und wenn es nur Kleinigkeiten sind die wir versprechen. Dabei bin ich persönlich in der Haltung, dass solange etwas noch ungewiss ist, ich keine Versprechungen mache. Es gab einen Fall wo ich einem Jungen, in einer Situation die für ihn überaus belastend war sagte versprechen kann ich jetzt noch nichts, doch ich schaue ob wir eine Lösung dazu finden. Was dabei für mich besonders wertvoll an der Erfahrung war ist die Tatsache, dass sich so wundervolle Lösungen ergaben, die wenn ich es versprochen hätte gewiss nicht so herangereift wären wie diese eben durch die Ehrlichkeit reiften.

Geben wir Kindern oder auch unseren erwachsenen Mitmenschen Versprechen die wir dann nicht einhalten kann es passieren, dass das zu einem Knacks in deren Vertrauen wird, denn sie trauen unseren Worten solange sie nicht davon enttäuscht wurden. Wenn wir ihnen zum Beispiel sagen vielleicht fahren wir irgendwann nochmal in den Streichelzoo und kaufen uns dort dann ein leckeres Eis, speichern sie es im unbewusst ab.
Erfüllen wir das nicht lassen wir damit etwas offen das für das Kind jedoch ein Bedürfnis bleibt. Dies gilt natürlich nicht nur für unsere Kinder sondern auch für uns Erwachsene, denn auch unsere Zusagen sind für uns selbst und unsere Mitmenschen Brücken, die uns bestenfalls verbinden und schlimmstenfalls in einen Abgrund stürzen.

Es ist eine Möglichkeit sich von alten nicht mehr dienlichen Versprechungen zu befreien, indem wir diese gedanklich durchgehen und uns davon loslösen. Zu akzeptieren ja das hatte ich versprochen, doch hielt es dann aus diesen oder jenen Gründen nicht, löst den Ärger den wir dadurch unbewusst auf uns selbst hegten. Gebrochene Versprechen wird es immer wieder einmal geben, doch sollten diese uns nicht allzu lange belasten, denn sie erschweren nur unnötig das Sein. Dabei ist es von Bedeutung ehrlich zu sich zu sein und sich einzugestehen dass auch das sein darf, aus meiner Sicht führt dies ohnehin für die Zukunft zu einem achtsameren Umgang damit.

Mit etwas Fantasie ist das viel leichter als es scheint.
S
upercalifragilisticexpialigetisch!
Mary Poppins hatte recht, es ist außergewöhnlich.
Es muntert einen wirklich auf! He, he, he, he…
Mary Poppins Zitat

Ein unklares kommunizieren führt zu Missverständnissen, es lässt in der Luft hängen und im Nebel stehen. Damit meine ich genauso die klaren Ja und die klaren Nein die wir täglich in all unseren Lebensbereichen anwenden, sei es in Gesprächen, in unseren Entscheidungen, unserem Handeln und Tun, es sind dabei stets die bejahenden Entscheidungen die dazu führen etwas zu tun und auch die verneinenden Entscheidungen die dazu führen etwas sein zu lassen – also nicht zu tun.
Es geht dabei jedoch aus meiner Sicht nicht darum sich gegenseitig Verantwortung für etwas zuzuschieben, nein, sondern darum dass ein jeder seinen Teil der Verantwortung übernimmt, annimmt und erfüllt. Dabei klar zu formulieren was wir wollen und nicht zu lange um das eigentliche Thema herumzureden, sondern das zu sagen was wir tatsächlich wollen. So entsteht eine Basis der Kommunikation und es bildet sich eine Brücke des Vertrauens, die in ein gegenseitiges Miteinander führt.

 

Ich bin verantwortlich für das – was ich sage, nicht für das – was du verstehst.
Du bist verantwortlich für das – was du sagst, nicht für das – was ich verstehe.

 

ALLES LIEBE & VIEL GLÜCK
Patrizia Schimpl

 

Dazu ein geniales Video „ich verklage das Schulsystem“, welches auf die Individualität in der Schöpfung und das veraltete Schulsystem hinweist.
Der Inhalt dieses Videos inspiriert und bestärkt mich in meinem Weg und beinhaltet eine klärende Wahrheit die motiviert und bestärkt das was ausgedient hat zu verabschieden und neue Wege zu gehen.