Liebe Leser!   

Freilich bringe ich auch so manch Eigenes in meine Bloggedanken mit ein, denn ist es nicht das was wir am eigenen Leib erfahren, was wir selbst erleben, was uns am meisten an Erfahrungswert, Erkenntnissen und Wachstum bringt? Es ist wohl auch im Sinne der Authentizität dass wir Geschichten die wir persönlich erlebten mit unseren Mitmenschen teilen, um sowohl an den eigenen, als auch an den Erfahrungen von anderen zu reifen. Zu einer Freundin sagte ich mal „ich bin ja eh schlau und lerne auch aus deinen Fehltritten, ich muss nicht immer alles selbst durchmachen, um etwas daraus zu lernen.“ Es darf bei Allem wie eine Art Buffet gesehen werden, dass sich ein jeder das nimmt was für einen Selbst stimmig ist, worauf wir Appetit haben – was uns also auch schmeckt und im Einklang mit der Seele ist. Doch dabei auch darauf zu achten sich nur das zu nehmen was einem auch wirklich zusteht. 

Manchmal kommt es im Leben zu Situationen in denen wir nach einem Strohhalm greifen. Es gibt viele Situationen im Leben, in denen wir verzweifelt nach diesem scheinbar rettenden Strohhalm greifen, sei es durch Trennungen, Krankheit, Lebensveränderungen, Beziehungen oder dem Verlust eines geliebten Menschen, etc.
Es sind Momente in denen versucht wird teils aus der Realität zu entfliehen versuchen, einen Wunsch, ein Bedürfnis in uns tragen von dem wir uns erhoffen dass es sich erfüllt, ist jedoch die Wirklichkeit konträr zu dem was wir in uns fühlen/ tragen, so kann es passieren dass wir nach einem Strohhalm greifen und uns daran festhalten. Damit meine ich dass uns etwas gesagt wird, was nur einen kleinen Hoffnungsschimmer der Erfüllung in uns auslöst und wir uns dennoch daran festhalten, obwohl alles andere dagegen spricht und mit der Erfüllung dieses Bedürfnisses im Widerspruch steht, also in der Realität wenig Aussicht auf Erfolg besteht. 

Als Beispiel fällt mir dazu einer der am häufigsten gebräuchlichen Strohhalme ein, der immer zur Verfügung stehende König Alkohol, welcher in manchen Phasen auch genossen wird, um Sorgen und Probleme darin zu ertränken. Befindet man sich in Lebenssituationen, welche unheimlich belasten, so kann es vorkommen, dass wir gerne einmal etwas tiefer in die Gläser schauen, als es gesund ist, denn mit ein wenig Alkohol geht es ja oft gleich leichter, ist es lustiger und man fühlt sich durch den Rausch unbefangen, risikobereiter und verdrängt die Sorgen und Probleme, da man sich im Rausch des Alkohols einfach gehen lässt.

Grundsätzlich bin ich keine Gegnerin des Alkoholkonsums, doch ist es auch hier wie bei allem wohl so, dass wir uns dem Alkoholgenuss mit Maß hingeben sollten. Es gibt dabei eine Liedzeile von Scheibsta & die Buben, welche lautet „Schütte doch einfach mal dein Herz aus, aber bitte nicht schon wieder dein Bier“ und am Ende des Liedes lautet die Zeile „Komm schütt einfach dein Bier aus, aber bitte nicht schon wieder dein Herz“, es verdeutlicht dass es manchmal eines Gespräches bedarf, bestenfalls mit einem Menschen zu welchem das dafür notwendige Vertrauen da ist. Auch kann es ab und zu genau das Richtige sein sich zu betrinken, das Leben zu feiern und sich der Party des Lebens im Genuss hinzugeben.

Auch mir selbst passierte es das eine oder andere mal, dass ich nach einem bildlich gesprochen, Strohhalm griff, der mir dennoch im Nahhinein eine Hilfe war um mich von Erwartungen zu befreien, Belastungen abzulegen und mir eine Unterstützung war, wieder bei mir und in meiner Selbstliebe anzukommen.
Auch durfte ich mich dadurch von einer Situation befreien, die mich gefangen hielt, von den Bildern her kann ich es so beschreiben, wie von einer Lawine verschüttet lag ich unter einer dicken Eisdecke begraben, meine Atmung war schwer, meine Ohren taub und es lastete enormer Druck auf mir. Plötzlich fiel mir der Strohhalm ein, den ich noch bei mir hatte und ich schaffte es mit meinem Strohhalm durch die Schneedecke Luft zu bekommen. Außerdem zeigten mir die Bilder auch, dass es noch mehr Menschen gab welche verschüttet waren und ich aktivierte deren Strohhalme, damit diese Luft zum Atmen bekommen. Nun brauchten wir Geduld…es war für mich unter der gefühlten Schneeschicht spürbar, dass bereits Hilfe unterwegs war, doch dauerte es noch eine Weile bis diese Hilfskräfte kamen und begannen mit Bedacht die Eisschichten zu lösen, uns auszubuddeln und uns so befreiten…außerdem schmolz der Schnee mit dem aufgehen der Sonne. 

Durch diese Situation welche mir meine Seele eben in Form dieser Bilder als Lösung zeigte, lernte ich mehr Unterstützung von Außen anzunehmen und dass es manche schwierige Situationen welche nur im Miteinander lösbar sind. Auch wurde mir dadurch wieder klar dass das Lösen von individuellen Lebensaufgaben, stets auch dem Allgemeinwohl dient und schlussendlich wurde ich durch das Loslassen meiner nicht mehr dienlichen Erwartungen selbst zu einem Strohhalm, zu meinem Halm – durch welchen meine Energie fließt. Und schlussendlich sind wir es doch immer selber, die Hilfe, die Unterstützung, die Erlösung, die Antwort etc. auf die wir gewartet haben. 

Manchmal ist es im Leben wichtig und richtig nach dem sogenannten rettenden Strohhalm zu greifen, doch auch daran zu wachsen und zu reifen dass man diesen Strohhalm zum richtigen Zeitpunkt auch wieder loslässt und so aus sich selbst heraus die Hilfe ist, auf die man gewartet hatte. Auch wurde bei mir die Achtsamkeit wach, geradlinig und klar im Ausdruck zu sein, in meinem Sein und Tun. Keine Strohhalme zu reichen welche unnötige Hoffnung schüren, darauf zu achten dass Sender und Empfänger unterschiedliche Wahrheiten haben können und jeder sein darf wie er ist und was er ist. 

Es kann interessant sein, darüber zu reflektieren wo und wann im Leben Du noch nach Strohhalmen greifst, dich noch an Strohhalmen festhältst, welche Strohhalme in der eigenen Entwicklung förderlich und welche dabei hinderlich sind und auch wo Du anderen Menschen noch Strohhalme hinhältst, die gar nicht mehr notwendig sind… Weiters kann es interessant sein darauf hinzuschauen wo Du anstatt eines Strohhalmes den Anderen lieber deine Hand reichst. 

In diesem Sinne ein Hoch auf die Hilfe zur Selbsthilfe!
Alles Liebe & Einigkeit, Patrizia Schimpl

P.S. Mir geht es um den Sinn der Sache, wer Fehler findet darf diese gerne behalten. Meine Beistrichsetzung ist willkürlich, meine Rechtschreibung eigensinnig und meine Wortwahl intuitiv, weshalb ich mir abgewöhnt habe die Worte, die während des Schreibens fließen, großartig zu korrigieren.

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Jeder Mißvergnügte greift nach einem Strohhalme, der wie Hoffnung aussieht.
Heinrich Laube

Dazu das Lied „Ich will dass du weißt“ von Anna Loos welches ich vor wenigen Tagen entdeckte und das Balsam ist wenn es darum geht dass Du Dich einsam, ungesehen oder unverstanden fühlst. Es ist auch dienlich um ins Wissen zu kommen dass es immer Menschen und/oder Wesen in deinem Leben gibt, die dich sehen – hören und an deiner Seite sind, auch in schwierigen Phasen bleiben und dir notfalls helfen den Brand deines Hauses zu löschen.
Beim Hören kann es interessant sein Dich zu fragen, welche Menschen sind es im Speziellen die mich sehen – die mich hören, wie auch umgekehrt welche Menschen sind es die ich sehe – die ich höre…wo ist der Zusammenhalt wahrhaftig gegeben, wo opfere ich mich noch in irgendeinem Sinne auf und wo ist es die einfache Hingabe in die Freundschaft/ die Verbindung die ich mit diesen speziellen Mitmenschen lebe und damit das Zusammenhelfen genießen kann.