Liebe Leser*innen!

Seit gut drei Jahren konnte ich diese Frage oder auch häufig als Begrüßungsformel verwendete Floskel „wie geht es dir?“ nicht mehr beantworten. Es kam sogar vor dass ich abwehrend, beinahe schon aggressiv darauf reagierte. Da ich nicht gleich wusste woher es rührte, irritierte es mich dass dazu keine Resonanz mehr bei mir vorhanden war. Mit der Zeit gelang es mir ruhig darauf zu antworten dass ich nicht wisse wie es mir ginge und somit die Frage nicht beantworten könne. Manchmal kam es auch vor dass ich mir bei manchen Zeitgenossen dachte, als ob Dich das wirklich interessiert was bei mir los ist?! Da es eben doch auch eher eine Höflichkeit in den Begrüßungen ist, die sich eingebürgert hat und daher nicht immer ernst gemeint beim Empfänger ankommt. Erst durch die gewaltfreie Kommunikation, ein von Marshall B. Rosenberg entwickeltes Handlungkonzept stieß ich auf die wirkliche Ursache meiner eigenartigen Reaktion auf das ausgelutschte und veraltete „wie geht es dir?“. 

Dort wird in der Rubrik Gefühle wahrnehmen und ausdrücken unter anderem erwähnt dass dem Herren trotz des Durchlaufens von 21 Jahren in Bildungsstätten keine Erinnerung daran gegeben ist, dass Mal jemand fragte wie er sich denn fühle… Die Floskel „wie geht es dir“ sei definitiv veraltet, aufgrund der Gewohnheit darf auch ich mich daran erinnern mich umzustellen und auf neue Art zu formulieren. Empfohlen wird dabei „wie fühlst du dich?“ zu verwenden und das auch so zu meinen, ansonsten wäre es oberflächliches wischiwaschi und damit auch nicht viel besser geeignet, um wirklich auf die Gesprächspartner und deren Befinden einzugehen.
Während in der Gesellschaft lange Zeit die richtige Art zu denken geschätzt und gepflegt wurde, wurden Gefühle meist noch als nicht so wichtig angesehen. Was dazu führte außenorientiert zu leben, anstatt mit uns selbst in Kontakt zu sein. In Gesprächen mit anderen ist dies ebenso möglich und bietet uns sogar ein aufmerksameres Feld des Zuhörens. Bist Du in einer stabilen, klaren Verbindung mit dir Selbst, deiner Seele und bei Dir, in Deiner Mitte und zugleich in Verbindung mit deinen Gesprächspartnern ist die Aufmerksamkeitsspanne breitgefächerter. Oftmals sprechen wir davon dass wir uns so oder so fühlen, ohne damit wirklich ein Gefühl auszudrücken. Wenn wir zum Beispiel sagen ich fühle mich als ob ich ein*e Verlierer*in bin, so beschreiben wir zwar etwas es sind jedoch keine bzw. nicht klar ausgedrückte Gefühle, es ist eher das wie wir darüber denken. Anders wäre es wenn wir sagen ich fühle mich derzeit verloren in der Welt, so drückt das aus wie wir uns fühlen.
 

Die Unterscheidungsfähigkeit zwischen dem wie wir uns fühlen und dem was wir denken erleichtert uns selbst das Artikulieren dessen was in uns selbst vor sich geht und das eventuell anderen mitgeteilt werden will. Immer alles zu sagen, auszusprechen, anzusprechen was gedacht, gefühlt und in einem vorgeht wäre weder sinnvoll, noch wird es auf Dauer Zuhörer geben die sich ihre Zeit damit stehlen lassen, sich jede noch so kleine Regung oder Befindlichkeit anzuhören. Denn Bestimmtes ist nur für einen selbst gedacht, zu erleben und nicht immer dazu geeignet es mit anderen zu teilen/ mitzuteilen. Gerade in Zeiten in denen ohnehin sehr viel über soziale Medien, Smartphones usw. schnell geteilt wird, ist es ganz in Ordnung nicht alles nach außen zu tragen. Aus meiner Sicht ist auch unsere Privat- und Intimsphäre etwas für das es sich lohnt einzustehen, sich diese im jeweils stimmigen Ausmaß zu bewahren und damit persönliche Glücksmomente für sich erleben und zu behalten ist ein wertvoller Bestandteil des Seins.

 


Analog vs. Digital

Besonders aufgefallen ist mir in dieser Zeit des Digitalismus auch dass in all den digitalen Kommunikationen etwas Wesentliches fehlt, nämlich die Frequenzen welche über Telefone, Computer, Boxen und Lautsprecher nicht hörbar sind, da sie auf digitale Weise auch nicht transportiert werden können. Nehmen wir einmal das Beispiel dass es in meiner Kindheit noch üblich war dass wir eine Gutenachtgeschichte vorgelesen bekamen, meine Mutter sich Geschichten ausdachte die sie uns zum Einschlafen erzählte oder auch wir Kinder mitsammen eine Geschichte erzählten. Heute kommt es häufiger vor dass Kinder über den CD-Player, MP3-Player oder das Handy noch eine Geschichte zum Einschlafen hören. Es ist ein großer Unterschied, die emotionale Bindung und damit die Gefühlsebene zwischen Kindern und Eltern kann dadurch geschwächt werden. Unsere Stimme ist ein wesentlicher Teil & Ausdruck der Persönlichkeit. Alleine schon dass wir in einer großen Menschenmenge dazu in der Lage sind die Stimme unserer Lieben/ Freunde/ Bekannten herauszuhören ist doch ein Phänomen. Dies liegt an der einzigartigen Schwingung einer jeden Stimme, die uns diese erkennen lässt. In der Tierwelt ist das nicht soviel anders, auch eine Mutterhenne erkannt am einzigartigen Piepsen der Küken die ihrigen, wie umgekehrt die Küken dadurch sie. Durch das unmittelbare Hören der Stimme eines Menschen, werden bestimmte Bereiche in uns angesprochen/ berührt welche über das Digitale nicht einmal ansatzweise erreicht werden. Diese sind jedoch äußerst wertvoll und womöglich sogar essentiell für die Entfaltung des Seins.  

Schon technisch gibt es einen großen Unterschied zwischen analog z.B. einer Schallplatte und digital z.B. einer CD/MP3. Der Begriff digital kommt von digit = Ziffer, es sind also digitale Informationen wie Ziffern und Wörter, die nicht selbsterklärend sind. Analoge Informationen hingegen stellen ein Bild dar, es wird mit Worten etwas anschaulich gemacht, ein Bild erzeugt. Kinder lernen von ihrer Natur heraus analog, durch das Erzählen/ Zuhören und miteinander sein wird die Phantasie und Kreativität angeregt. So war das auch beim Vorlesen von Gutenachtgeschichten, lauschten wir der Mutterstimme erlebten wir in uns selbst das Abendteuer, malten uns in den Gedanken Bilder dazu und träumten diese dann im Schlaf vielleicht sogar noch weiter. Gerade in den letzten zwei Jahrhunderten rückte das logische und digitale Denken mehr in den Mittelpunkt der Gemeinschaft und verdrängte somit den gehirngerechteren, natürlichen und analogen Denkstil, der unserer wahren Natur entspricht.
Logik und Ratio wurden also über Kreativität und Musisches wie Malen, Singen, Tanzen usw. gestellt und damit das sture Auswendiglernen gefördert, anstatt die natürliche Neugierde des Individuums zu fördern. Auch die Natur funktioniert analog, das Gezwitscher der Vögel besteht aus Schallwellen/dem Signal, hören wir nun über unser Smartphone eine Aufnahme davon so sind darin alle Frequenzen weggelassen die das durchschnittliche menschliche Ohr nicht hören kann. Es gibt jedoch durchaus Ausnahmen welche dazu fähig sind Hörunterschiede wahrzunehmen und selbst bei denjenigen denen bewusst kein Unterschied auffällt, ist dies vermutlich auf der unbewussten Ebene ein Einfluss der sich auswirkt. Damit will ich keinesfalls behaupten dass alles Digitale schlecht ist oder nur Schatten wirft, es geht um den achtsamen Umgang damit und den dafür notwendigen persönlichen Ausgleich zu schaffen, der von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich ist.

Nicht die Tatsachen machen das Leben schwer,
sondern unsere Bewertung der Tatsachen.
Epiktet

(Luxus-) Sorgen & Fürsorge

Nun wo wir wissen dass es nicht immer notwendig ist alle Gefühle nach außen zu transportieren und dauernd immer nur über das Fühlen, Gefühle, Emotionen, Befindlichkeiten etc. zu reden, können wir uns dennoch frei fühlen diese miteinfließen zu lassen. Was andere sagen oder tun, mag zwar ein Auslöser für unsere Gefühle sein, jedoch ist es nicht ihre Ursache – genauso wie auch umgekehrt das was Du selbst sagst oder tust der Auslöser, doch nicht die Ursache ist. Auch liegt es nicht in Deinem Verantwortungsbereich, obliegt es nicht Deiner Kontrolle wie andere darauf reagieren oder sich Dir gegenüber deswegen verhalten.
Jedes Wesen ist einzigartig, hat ureigene Erfahrungen und Erlebnisse – positive, negative & neutrale – und damit auch ein mehr oder weniger weites Spektrum an emotionalen Befindlichkeiten, weshalb ein Jede*r individuell und auf für einen selbst stimmige Weise mit Situationen umgeht. Unsere Gefühle, das Befinden klar und deutlich zu beschreiben erleichtert es dennoch mit unseren Mitmenschen leichter in Kontakt zu treten. Voraussetzung dafür ist allerdings dass wir aufrichtiges Interesse an unseren Mitmenschen haben, den Geschichten, Lebensgeschichten und Erzählungen. Finden wir es spannend unseren Mitmenschen zuzuhören, ganz gleich ob es um Schwierigkeiten, Risse, Abgründe – Leichtigkeit, Geglücktes oder die Gipfel des Lebens geht? Eine entspannte Atmosphäre in der wir uns wohlfühlen, Vertrautheit und das spüren von Wohlgesonnenheit unserer Gesprächspartner fördern das natürliche Fließen in Konversationen.
 

Bereits vor längerer Zeit erkannte ich für mich, dass Sorgen machen gar nichts bringt. Sich um jemanden oder etwas zu sorgen ist fast immer unnötig und macht es meist nur schlimmer als dass dadurch etwas besser wird. Sorgen anderer Menschen, wie zum Beispiel der Eltern/der Partner können sich erdrückend auswirken, einengen und unangenehme Zustände verursachen. Da Sorgen ja auch ausstrahlen, dass Derjenige der sich um uns sorgt uns nicht zutraut dass wir das schaffen. Denn würde kein Zweifel daran bestehen, so würde dieser ja auch nicht darum sorgen ob wir zum Beispiel gut nach Hause kommen, die Lehre zu Ende bringen, das was wir uns vornahmen aus eigener Kraft schaffen… Deshalb habe ich alle meine Sorgen in Fürsorge umgetauscht, denn fürsorglich zu sein ist kein Verbrechen, wobei es auch nicht Überhand nehmen sollte was man dann als Bemuttern bezeichnet. Fürsorge bedeutet aus meiner Sicht für etwas zu sorgen, sich darum anzunehmen und darauf achten dass es sich entfaltet – auch hier ist bei sich Selbst zu beginnen die Zauberformel.

Wie fühlen wir uns in Zeiten der großen Krise – die gleichzeitig auch eine Chance ist? Bis vor Kurzem machte ich mir Gedanken über die Freundin, die bald ihr erstes Baby gebären wird… Muss sie währenddessen eine Maske tragen, wird ihr Mann in die Klinik mitdürfen, bei der Geburt dabei sein können und so weiter und so fort. Beim telefonischen Nachfragen in der gewählten Klinik wird ihr ein jedes Mal etwas Anderes gesagt und so hatten sie bis zuletzt keine Gewissheit wie es ablaufen würde und ihnen blieb nichts übrig als dass sie es auf sich zukommen ließen… Das Baby ist schon auf (in) die Welt gekommen und dem Vater wurde dieses wunderschöne Erlebnis nicht genommen, er durfte mit dabei sein und erleben. Auch dies ist ein Faktor der zeigt dass lange versucht wurde das Schöne, wie solche bindenden Erlebnisse zu verdrehen, zu vermiesen oder eben vorzuschreiben was erlebt werden darf und was nicht. Das Gegenteil von Eigenermächtigung, Freiheit und Leben quasi. Erfahrungen wie diese den Menschen zu nehmen, was bei einer Geburt schon schwerwiegende Folgen haben könnte, wäre gegen das Leben und somit verächtlich.

 

Nachwehen, Kriege & der Segen der JetztZeit

Klar die vorherige Generation hatte auch meist die Kinder noch alleine zur Welt gebracht, da war es noch nicht immer üblich dass auch der Vater anwesend ist. Vergangenes Wochenende erzählten mir dann die Tanten, die Schwestern meiner Großmutter väterlicherseits, wie das denn bei ihnen damals war, als die Kinder zur Welt kamen und viele Männer im Krieg waren. Meine Oma selbst kannte ich nicht persönlich, nur von Fotos, da sie starb als mein Vater in seinem sechsten Lebensjahr war. Daher freut es mich immer sehr wenn mir ihre Schwestern ein wenig von ihr erzählen und ich so wieder Neues von meinen Ahnen erfahre. Wir sprachen von Geburten und darüber, dass die Enkelin eben eine Hausgeburt wollte, um den in der Klinik auferlegten Auflagen zu entgehen und hauptsächlich deshalb damit ihr Partner dabei sein konnte. Das war noch relativ am Anfang der angeblichen Pandemie.

Als der Urgroßvater frisch in den Krieg an die Front eingezogen war, stellte sich heraus dass die daheim verbliebene Urgroßmutter mit dem dritten Kind schwanger war. Was das für wirklich bedrohliche Existenzängste damals waren, hörte ich aus den Erzählungen der Beiden heraus. Maria-na was war denn bei uns damals sagten sie, da sind rundherum die Bomben gefallen und das Kind wurde mithilfe derer die da waren zur Welt gebracht und das waren keine Hebammen, Krankenschwestern oder ähnliches. Wir standen in unserem Garten und sie erzählten da überall kamen die Bomben wie die Christbäume runter. Als Attnang-Puchheim, ein etwa zehn Kilometer entfernter Ort bombardiert wurde haben wir die Erde hier beben gespürt. Die andere Tante, die selber von sich sagt, dass sie eine sehr Ängstliche ist, erzählte auch dass ihr mal einer sagte ihre Angst und Panikattacken kämen von daher, als sie als Kleinkind im Kinderwagen lag und die Explosionen hörte. Das prägte sich bei ihr ein, auch nehmen Säuglinge über die Muttermilch solche und ähnliche Erfahrungen in Form von Informationen ein Stück weit auf. Darum ist auch immer wieder die Heilung in unseren Ahnenreihen äußerst nützlich/ dienlich, um eben dass was uns in der jetzigen Zeit nicht mehr dienlich ist oder sogar belastet zu verabschieden und nicht mehr für unsere Ahnen tragen.

Demütig saß ich später noch eine Weile beim Haus und blickte um mich, kaum vorzustellen dass hier rundherum die Bomben einschlugen. So lange ist es gar nicht her, dass die Tanten mit ihrer Schwester und Mutter teils bei den Nachbarn am Boden schliefen, wenn wieder mal der Sirenenalarm kam und das Dorf zusammenrückte um sich miteinander bestmöglich zu wappnen. Freilich sehen wir das auch in Filmen, die in den Kriegszeiten spielen und dennoch war es für mich nochmal etwas Anderes das von den eigenen Ahnen zu hören. Mir wurde auch bewusst wie frei wir schon sind, welch schöne Zeit wir erleben dürfen und dass es wahrlich nur noch Aufräumarbeiten sind die wir zu bewältigen haben, im Vergleich zu dem was sich in der Vergangenheit abspielte.
Sicher gibt es auch andere Gebiete auf Erden, in denen Menschen noch nicht so leben können wie es ihnen wahrhaftig zustehen würde. Es sei dahingestellt ob es sich um echte Kriegsflüchtlinge handelt oder um politisch inszenierte Flüchtlinge, darüber ließe sich lange streiten. Fakt ist dass es Menschen sind die ihre Heimat verlassen oder verlassen mussten und dies gewiss nicht nur aus freien Stücken geschieht. Die beste Lösung ist aus der Sicht einiger Experten nur die wirkliche Vor-Ort-Hilfe, um das wieder in Ordnung zu bringen und die Lebensbedingungen weltweit wieder lebenswert zu gestalten. Es mag schon sein dass es dorthin noch ein langer Weg werden wird, es kann jedoch auch schneller gehen als wir denken.

Jeder sagt was anderes – Bauch, Kopf & Herz

Nun zurück zu den Gefühlen… Natürlich solltest Du Dich auch nicht dazu verleiten lassen immer und überall unreflektiert deine Emotionen oder Gefühle rauszulassen, das kann schon mal fatale Folgen haben. Es darf jedoch sein vorher die Gefühle zu fühlen die jetzt gerade da sind, einfach für Dich selbst und Deine darauf folgende innere Harmonie. Denn sowohl unangenehme als auch angenehme Gefühle können sich durch zu langes zurückhalten oder unterdrücken, aufstauen und dann im schlimmsten Fall zum falschen Zeitpunkt oder auch den falschen Menschen gegenüber zum Ausbruch kommen. So ein explodierender Vulkan ist dann nicht mehr zu bändigen und eventueller Schaden kann entstehen der dann erst wieder behoben werden muss – deshalb ist es immer von Vorteil es gar nicht erst soweit kommen zu lassen

Das Gestatten des Fühlens von allem heißt nicht darin hängen zu bleiben, vor sich hinmotschgern, missmutig sein oder ins negative Denken zu verfallen. Zuerst darf alles gefühlt werden was gerade ist, danach kannst du immer noch in die Reflexion gehen und nicht mehr dienliches bereinigen. Durch die eigene Zufriedenheit bist Du in Deiner Schöpferkraft und je gefestigter Deine eigene Persönlichkeit ist, umso eher weißt Du um die Schöpferkraft die Dir wie allem und jedem gegeben ist.

Sehen wir Begegnungen mit unseren Mitmenschen und dessen was diese sind/ erschaffen als Felder der Entwicklung, so können diese inspirieren eigene Fähigkeiten zu entfalten, auszubauen oder auch eigene Verhaltensweisen zu ändern. Ein Miteinander zu leben das geprägt ist von Achtsamkeit und Wertschätzung führt in weiterer Folge zu gegenseitiger Unterstützung und friedvoller Gemeinschaft. Im Bewusstsein der Einzigartigkeit eines jeden Wesens und dem Wissen dass jede Seele ihren ganz ureigenen Weg hat, gibt es keinen Grund dafür sich zu messen, zu vergleichen oder anders zu sein als Du es eben bist. Aus eigener Erfahrung weiß ich wie vergnüglich es ist frei von Neid, Missgunst und Co durchs Leben zu wandern und erfreue mich über all die Menschen welche diese Haltung auch in sich tragen und/oder bereits leben. Denn durch das erkennen, anerkennen, annehmen und leben des eigenen Wesens, im Sinne der Spezies, fällt es leichter zu leben und leben zu lassen… Von diesem Standpunkt aus gelingt es auch ganz einfach das große Bild, das große Ganze wahrzunehmen und zu sehen.

Es ist ein wahrer Segen, die vom eher zum Denken konditionierten Wesen, hin zur Entwicklung zum beseelten-fühlenden Wesen durchleben und erleben zu dürfen. Selbst in autoritären Situationen, wie Geschäftsbeziehungen, Elterngesprächen etc. macht es durchaus Sinn unsere klaren Gefühle und gesunden Emotionen miteinfließen zu lassen und damit ganzheitlich zu leben. Durch verschiedene Situationen erlebte ich wie sich das auf das Umfeld auswirkt, dabei erlebte ich Manager von Unternehmen, Entscheidungsträger und Führungskräfte die sich öffneten und begannen auch die Gefühle in ihre Arbeit, in ihre Entscheidungen miteinzubeziehen. Es ist dabei erstaunlich zu beobachten wie sich die Atmosphären in Besprechungen/Meetings verändern, mehr Leichtigkeit einkehrt und ein harmonisches-ebenbürtiges Dasein gegeben ist. In einer Fachzeitschrift las ich einst dass über 80% der Führungskräfte selbst wichtige Entscheidungen aus dem Bauch heraus treffen, es jedoch niemals laut sagen würden. Wobei ich persönlich dies als aus dem Gefühl heraus zu entscheiden bevorzuge, denn der Bauch kann sich auch täuschen. Gerade im Bauchraum sind oftmals ältere Gefühle/ Erlebnisse/ Erfahrungen abgespeichert und damit nicht immer mit nur angenehmen Erinnerungen verknüpft, die daher Entscheidungen im Jetzt beeinflussen könnten.
Manchmal kann es durchaus interessant sein sich die Bauchstimme anzuhören, um eben diese alten nicht mehr dienlichen Gefühle zu verarbeiten und zu verabschieden. Wie auch die Kopfstimme zu nutzen und anzuhören was der Kopf dazu sagt, sich jedoch dessen bewusst zu sein dass dies Informationen auf der Verstandesebene sind.

Wenn du magst kannst Du ein interessantes Selbstexperiment machen und Dich mit einer Frage auf den unterschiedlichen Ebenen in Dir bewegen und darauf achten welche Unterschiede Du dabei wahrnimmst. Stelle Dir selbst eine Frage, je nachdem wo du stehst kannst Du mit einer leichteren Frage beginnen oder auch mit einer Dich brennenden Frage, traue dabei deinem Gefühl und der Intuition welche im ersten Moment dazu auftaucht. Das kann zum Beispiel im Bezug darauf sein ob ein Jobwechsel Dich wieder mehr in die Lebensfreude bringt? Ob Du eine Aus- oder Weiterbildung machen willst, für die Du Dich interessierst? Oder auch wie fühle ich mich heute/ gerade/ insgesamt? Nimm Dir dabei jeweils etwa 5 Minuten Zeit.

Hast Du Dein Anliegen gefunden so formuliere deine Frage und beginne damit Dich mit deinem Bewusstsein auf den Bauch zu konzentrieren, stelle die Frage und lausche den Antworten die kommen. Hier kann es sein dass Dir plötzlich alte Erlebnisse wieder einfallen, dass dir bewusst wird dass du eine negative Erfahrung gemacht hast die sich nun wieder meldet oder auch eine Erinnerung an ein schönes Erlebnis usw.

Als nächstes gehst du mit deinem Bewusstsein in den Kopf, zur Verstandesebene quasi und stellst dir wieder die gleiche Frage, lauscht den Antworten und nimmst wahr was sich auf dieser Ebene tut. Hier ist es gut möglich dass der Verstand mit Gegenargumenten kommt, der Kopf Gegenfragen stellt, sich fragt wie das denn gehen solle, du hinterfragst oder ähnliches.

Als letztes gehst du nun mit deiner Konzentration zu Deiner Seelenstimme, in Deine Brustmitte – also der liebevollen Herzensstimme in Dir, die immer da ist. Hier kann es sein dass es erstmal eine Weile dauert bis du diese ganz wahrnimmst, im Kopf und Bauch Ruhe eingekehrt ist. Je nachdem wie bewusst Du bist, wie offen Du für Deine Wahrheit bist. Stelle nun wo du Deine Mitte spürst und die innere Stimme klar und deutlich wahrnimmst Deine Frage, achte auf die Antworten die kommen, diese können sich auch als Bilder, in Form von Gefühlen oder Empfindungen zeigen. 

Wenn Du nun mit allen drei Ebenen/Instanzen durch bist kannst Du Deinen Körper durchschütteln, Dich strecken und kommst wieder ganz bei Dir in Deiner Ganzheit an. Was ist Dir bei diesem Experiment aufgefallen? Wo fiel es Dir leichter Antworten zu bekommen? Welche Unterschiede hast du dabei bemerkt/ erkannt? Hat es dir dabei geholfen Klarheit zu Deinem Anliegen zu bekommen? Konntest Du damit mehr über Dich und Deine bevorstehende Veränderung erfahren? Wie kannst du dies in deinem Alltag unterstützend nutzen? 

Für mich ist die erste Instanz die Seelenstimme oder auch Herzstimme geworden. Zwar ist das hör auf dein Herz bereits sehr weit verbreitet und wir lesen/hören es von daher vielleicht schon zu oft. Dennoch hören wir wirklich auf das Herz, ist es aus meiner Sicht immer die Instanz die uns im Hier und Jetzt am weisesten führt. Auch kann ich aus Erfahrung sagen dass es schon manche Botschaften gab, die ich erst Monate oder in seltenen Fällen auch Jahre später begriff und zuordnen konnte. Es ist dann für mich immer wieder erstaunlich wie exakt unser innerer Kompass, die Seele ist und dass es oftmals nur darum geht die Botschaften zu hören, auf- und anzunehmen. Was mit dem Verstand nicht immer so recht gelingt, zumindest bei mir nicht. Wobei ich den Verstand, das Denken und alles daraus resultierende damit nicht geringschätzen will, denn das auf passliche Art und Weise genutzte Gehirn mit all seinen Funktionen ist uns ein brillanter Diener/ Begleiter im Leben.

 

Aus meiner Wahrnehmung sind unsere reinen Gefühle essentiell für die freie Entfaltung der Persönlichkeit und des Menschseins, sie sind unser Wegweiser in eine strahlende Zukunft. Weil es so wunderbar dazu passt zum Abschluss nun noch ein Auszug eines Interviews das im Zuge des ehemaligen Heilungsblatt´s, dem energetischen Magazin der Heilungswerkstatt, geführt wurde.

Frage: Wie siehst du die Zukunft unserer Erde?
Aus meiner Wahrnehmung entwickelt sich die Menschheit weg vom denkenden Menschen, hin zum beseelten-fühlenden Wesen, sich als Individuum erkennend…eingebettet in der Gesamtheit der Schöpfung…die Erde selbst ist immer in Bewegung, Veränderung findet auf unzähligen Ebenen statt, der Mensch wird sich der Schönheit der Erde und der heilenden Verbindung mit dieser wieder bewusst und trägt somit zur Heilung des Ganzen bei.
In diesem Punkt stimme ich außerdem überein, mit dem schöpferischen Stéphan Hessel, welcher für mich ein wahrer Meister des Verstehens, des Friedens der Menschenseele ist und sich 1948 an der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte beteiligte „Die Zukunft gehört der Gewaltlosigkeit und der Versöhnung der unterschiedlichen Kulturen – davon bin ich überzeugt. Das muss die nächste Etappe der Menschheit sein.“ (Zitat von Stéphan Hessel 1917-2013)

(Auszug – Originalfassung vom Oktober 2014) 

Der Grundgedanke der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ist gewiss ein für die Menschen befreiender und damals ein Schritt in die richtige Richtung. Mit dem Zitat von Stephan Hessel schließe ich diesen Text ab, wissend dass wir auf dem besten Weg sind diese Etappe im Einklang mit dem Universum zu erreichen und schaffen. Empört & Engagiert Euch! & Gehört Euch selbst!

 

In diesem Sinne lassen wir die Gefühle aufleben, hochleben & geben wir ihnen den Platz in unser aller Leben welcher ihnen zusteht!
Denn sie sind ein wertvoller Führer-Fühler-Sensor für unser wahres Sein auf diesem wunderbaren Planeten.

Alles Liebe – Einigkeit & EinSein – Patrizia Schimpl

P.S. Mir geht es um den Sinn der Sache, wer Fehler findet darf diese gerne behalten. Meine Beistrichsetzung ist willkürlich, meine Rechtschreibung eigensinnig und meine Wortwahl intuitiv, weshalb ich mir abgewöhnt habe die Worte, die während des Schreibens fließen, großartig zu korrigieren.

Eine Entscheidung zu treffen heißt,
immer auf etwas zuzugehen und sich von etwas wegzubewegen.
(David Kiechle)

Dazu das Lied Feeling Good als Remix des spacigen Avicii und im Original von der grenzenlos-genialen Nina Simone, die beide nicht mehr unter uns weihen. Wenn Du magst so gehe während des Hörens in das pure fühlen, spüren und nimm dabei deine Empfindungen wahr. Das Lied ist besonders dazu geeignet in den eigenen Flow zu kommen, die Energie fließen zu lassen und im Fluss des Fühlens/des Lebens zu fließen. Beim Ansehen des Videos kann es interessant sein Dich danach zu fragen was das Video mit Dir macht? Wie erlebst Du die Rückblende in die Kindheit, was fällt Dir dabei ein, weckt es Erinnerungen?
Ganz viel Freude und angenehme Gefühle GO & LET IT FLOW – denn DU weißt wie DU Dich fühlst!